Welche Risiken Eltern bei einer Abfindung im Namen des Kindes eingehen
Bei einem Unfall mit einem minderjährigen Kind regeln Versicherer die Schadensersatzansprüche häufig außergerichtlich, und bieten eine Abfindung an. Sie zahlen einmal einen größeren Betrag, und im Gegenzug sollen alle gegenwärtigen und zukünftigen Ansprüche „endgültig abgegolten“ sein.
Genau hier liegt das Risiko:
- Was ist, wenn das Kind später noch intensiver pflegebedürftig wird?
- Was, wenn es eine Ausbildung nicht abschließen kann und dauerhaft kein Einkommen erzielt?
- Was ist, wenn Spätfolgen auftreten, die heute noch nicht absehbar sind?
Wird all das nicht ausdrücklich im Vergleich vorbehalten, können sowohl das Kind als auch Sie als Eltern nie wieder Ansprüche geltend machen – selbst wenn der Schaden eindeutig unfallbedingt ist. Eltern handeln im Namen des Kindes und tragen damit eine enorme Verantwortung.
Warum das Familiengericht mitentscheiden muss
Was viele nicht wissen: Eine Abfindung zugunsten eines Kindes bedarf in bestimmten Konstellationen der Genehmigung durch das Familiengericht. Ohne diese Genehmigung ist ein Vergleich schwebend unwirksam. Lesen Sie hier unseren Beitrag zur Genehmigungspflicht von Familiengerichten.
Warum lehnen Gerichte manche Abfindungsvergleiche ab?
Familiengerichte sind verpflichtet, die Interessen des Kindes zu wahren. Sie lehnen Vergleiche ab, wenn:
- zu geringe Summen angeboten werden,
- keine Vorbehalte für Spätfolgen enthalten sind,
- die Risiken der Entwicklung des Kindes nicht realistisch berücksichtigt wurden.
Ein fachlich fundiertes Gutachten oder eine anwaltliche Stellungnahme kann oft entscheidend sein, um den Vergleich doch noch zu retten.
Welche Alternativen gibt es zur endgültigen finanziellen Abfindung?
Statt einer einmaligen Zahlung gibt es:
- Feststellungsvergleiche: Der Schaden wird anerkannt, aber die Höhe bleibt offen für die Zukunft.
- Rentenmodelle: Bei dauerhaften Einschränkungen kann der Geschädigte monatliche Zahlungen erhalten.
- Konkrete Vorbehalte: Für potenziell zukünftige eintretende Bedürfnisse, wie Pflege oder bauliche Veränderungen der bisherigen Wohnung
Diese Modelle schützen das Kind besser, auch wenn sie für Versicherer unbequemer sind.
Fazit
Was heute als eine gute Lösung erscheint, kann sich morgen als teures Versäumnis erweisen. Eine Abfindung ohne klare Vorbehalte gefährdet die langfristige Versorgung des Kindes – insbesondere bei Spätfolgen, Pflegebedarf oder Erwerbseinbußen. Wir raten Eltern, sich rechtlich begleiten zu lassen und niemals nur auf das Angebot der Versicherung vertrauen.
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