Was ist, wenn sich die Folgen der Schädigung meines Kindes bei der Geburt oder nach einem Unfall später verschlimmert – hilft dann der Vergleich noch?
Bei Kindern zeigen sich viele Folgen erst Jahre später. Zum Beispiel wenn das Wachstum beeinträchtigt ist, Lernschwierigkeiten auftreten oder der Berufswunsch durch körperliche bzw. psychische Einschränkungen scheitert. Wer einen vorbehaltlosen Vergleich unterschreibt, riskiert, dass solche Spätfolgen rechtlich und finanziell nicht mehr aufgefangen werden können.
Wenn sich Schäden erst später zeigen
Kinder sind noch in der Entwicklung – körperlich, geistig und sozial. Das bedeutet:
- Neurologische Schäden (z. B. nach einem Schädel-Hirn-Trauma) führen häufig erst später zu Lern- oder Konzentrationsproblemen.
- Psychische Belastungen (z. B. nach einem schweren Unfall) zeigen sich häufig zeitversetzt, z. B. in der Schule.
- Einschränkungen bei der Berufswahl oder Berufsausübung treten erst viele Jahre nach der Schädigung zutage – wenn die physische bzw. psychische Belastbarkeit fehlt und kognitive Einschränkungen vorliegen.
Was ist mit Rentenansprüchen, Ausbildungskosten etc.?
Ein unfallbedingter Schaden kann:
- die Ausbildungsfähigkeit beeinträchtigen – etwa durch Konzentrationsstörungen, Mobilitätseinschränkungen oder chronische Schmerzen.
- einen Wechsel in eine niedrigere Erwerbsgruppe erzwingen – mit entsprechend geringeren Verdienstmöglichkeiten.
- zu dauerhafter Erwerbsunfähigkeit führen – mit Auswirkungen auf die gesetzliche Rente und Sozialversicherung. Ein Altersrentenanspruch ist für Kinder meistens ausgeschlossen, so dass ein Rentenschadensvorbehalt unverzichtbar ist.
- dauerhafte Unterstützung erfordern – z. B. durch einen Integrationshelfer, Nachteilsausgleiche oder eine betreute Ausbildung.
Wenn solche Entwicklungen im Vergleich nicht vorbehalten wurden, ist eine nachträgliche Anpassung nicht mehr möglich.
Was bedeutet das für die Höhe der Abfindung?
Wenn man heute abschließt, was man erst morgen versteht, ist das Risiko einer finanziellen Unterdeckung sehr hoch.
Eine faire Abfindung muss daher:
- auf medizinischen Prognosen basieren
- berufliche Auswirkungen berücksichtigen
- einen Erwerbsschadensvorbehalt enthalten
- Rentenauswirkungen rechtlich einordnen und absichern
- offene Positionen mit einem Vorbehalt und gegen Verjährung absichern
Fazit
Der größte Fehler ist es, für geschädigte Kinder vorbehaltlos zu entscheiden. Denn bei Kindern ist eines sicher: ihre Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Wer einen vorbehaltlosen Vergleich unterschreibt, läuft Gefahr, auf unversorgten Folgeschäden sitzenzubleiben.
Unser Rat: Lassen Sie sich umfassend beraten – medizinisch, rechtlich und wirtschaftlich. Nur so ist gesichert, dass Ihr Kind ein Leben lang die Unterstützung bekommt, die es braucht.
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